Kuba und der Durchfall

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Viele Kubareisende kennen es: Auch wenn man noch so gut darauf achtet was man isst, irgendwann erwischt einen der Durchfall doch.

Bei leichteren Beschwerden sind Kohletabletten hervorragend zur Linderung geeignet. Treten jedoch zusätzlich Schwindel, Kreislaufbeschwerden oder gar Fieber auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden!

So erging es uns.

Bei meinem Sohn begann es morgens mit Unwohlsein, Erbrechen und Durchfall, später kam auch noch Fieber hinzu. Bei uns Erwachsenen folgten die gleichen Symptome ein paar Minuten später.

Da sich diese im Laufe des Tages nicht besserten sondern gar verschlimmerten, wurden wir am Abend in ein Krankenhaus gebracht.  Um meinen Sohn nicht alleine zu lassen, folgte ich ihm in die Kinderklinik.

 

Im kubanischen Krankenhaus

 

Nach kurzer Wartezeit waren wir an der Reihe. Ich musste einige Fragen beantworten, mein Sohn wurde untersucht und er bekam etwas gegen das Fieber.

Die Krankenschwestern und Ärzte waren wirklich sehr nett und geduldig. Wenn ich etwas nicht verstanden hatte, wiederholten Sie ihre Fragen ohne genervt zu wirken. Ich hatte natürlich fleißig Spanisch gelernt, aber im kranken Zustand unbekannte Leute zu verstehen und medizinische Fragen zu beantworten, war dann doch gar nicht so einfach. Eine Assistenzärztin war sogar so freundlich und ging extra für uns einkaufen, denn in all der Aufregung hatten wir vergessen uns etwas zu trinken mit zu nehmen.

Erschreckend fand ich, dass es in der gesamten Kinder-Notaufnahme es nur ein einziges Thermometer gab – da merkt man einmal wieder, wie gut es uns geht.

Auch meine Temperatur war mittlerweile auf 39 „noch etwas“ gestiegen, so dass man auch mir eine Tablette gab. Leider ging das Fieber bei meinem Sohn trotz fiebersenkender Mittel und kalter Umschläge nicht weg, so dass wir stationär aufgenommen wurden.

 

Intensivstation

 

Krankenzimmer auf der Intensivstation in Cienfuegos, Kuba

Krankenzimmer auf der Intensivstation in Cienfuegos, Kuba

Man brachte uns auf die Intensivstation. Mehrere Krankenhaus Mitarbeiter erklärten mir aber mehrmals, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Wir kamen auf die Intensivstation um uns den bestmöglichen Komfort zu bieten!

Hier hatten wir ein eigenes Zimmer mit einem Bett, Stuhl, Klimaanlage und einem abgetrennten WC. Dieses hatte zwar einen Mitbewohner – eine riesige Kakerlake –  aber wir hatten uns schnell eingespielt: Nachdem ich das Licht eingeschaltet hatte, wartete ich kurz und sie verkroch sich schnell.

 

Krankenzimmer auf der Intensivstation in Cienfuegos, Kuba

Krankenzimmer auf der Intensivstation in Cienfuegos, Kuba

Ein junger Assistenzarzt, der erste, der Englisch sprach, begleitete uns auf die Intensivstation. Er war sehr freundlich, klug und interessiert. Er fragte mich viel und erzählte auch viel über sich: er hatte sich selbst Englisch beigebracht und wollte Arzt werden um Kindern zu helfen. Dass er in anderen Berufen oder im Ausland mehr Geld verdienen könnte, war ihm egal. Wir sprachen über Gott und die Welt, Politik, Gesundheitssysteme, Kuba, Deutschland und noch vielen mehr.

WC auf der Intensivstation in Cienfuegos, Kuba

WC auf der Intensivstation in Cienfuegos, Kuba

Am nächsten Tag lernten noch einen sehr, sehr freundlichen Oberarzt kennen: Dr. Erdwis. Auch er sprach Englisch, erzählte einiges von sich, seiner Familie, Kuba und lenkte meinen Sohn mit der einen oder anderen Partie Schach ab.

Krankenzimmer auf der Intensivstation in Cienfuegos, Kuba

Krankenzimmer auf der Intensivstation in Cienfuegos, Kuba

Insgesamt, muss ich sagen, dass – bis auf eine einzige Ausnahme – alle im Krankenhaus unheimlich nett, freundlich und hilfsbereit waren.

Wir mussten 2 Nächte im Krankenhaus bleiben, bis sich die Symptome dank Antibiotika endlich gelegt hatten. Eine Untersuchung zeigte, dass unsere Erreger Shigellen Bakterien waren.

Wo wir uns angesteckt hatten, konnte aber keiner sagen. In den öffentlichen Bussen, beim Essen im Restaurant oder am Strand, auf WCs, beim Baden – Möglichkeiten gab es viele.

Da die Keime hochansteckend sind, war das Gesundheitssystem in Kuba war sofort alarmiert. Sie statteten unserer Casa-Besitzerin und Restaurants in der Umgebung einen Besuch ab und nahmen von überall Proben.

 

Kubanische Krankenhäuser – das müsst ihr mitnehmen:

 

Falls ihr einmal in ein kubanisches Krankenhaus müsst, nehmt ein paar Dinge für euch mit:

  • Trinken und Essen – es gibt keinen Kiosk, in dem man sich etwas kaufen kann
  • Wörterbuch – Wer nicht gut Spanisch kann, sollte ein Wörterbuch oder eine App zum Übersetzen mitnehmen. Nicht alle Schwestern und Ärzte sprechen Englisch und das kubanische Englisch ist manchmal auch nicht ganzeinfach zu verstehen
  • Klopapier – Ihr werdet lachen, aber ganz, ganz wichtig ist Klopapier und wer besonders anfällig ist, sollte auch Desinfektionsmittel zum „Händewaschen“ dabei haben.
  • Dinge des persönlichen Bedarfs

 

In Kuba mahlen die Mühlen anders als in Deutschland und es gibt deutlich weniger Komfort. Bitte seid geduldig, die Leute werden sich mit ihrer Freundlichkeit bedanken.

 

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung bewahren:

 

  • Koch es, schäl es oder vergiss es!  – Keime lauern gern im kubanischen Leitungswasser. Selbst wenn Speisen gründlichst gewaschen wurden, könnten sie kontaminiert sein. Daher gilt in Kuba umso mehr der Spruch.
  • Hände immer sehr gründlich mit Seife waschen, je nachdem, wo ihr wart auch desinfizieren.
  • Vermeidet Essen, auf dem Fliegen waren. Viele Kubaner halten sich Hühner oder Schweine im Garten, so dass Fliegen Keime in Minuten verteilen können.
  • Man bekommt, was man bezahlt – Auch in Kuba kosten hochwertige Lebensmittel Geld – besonders Kartoffeln und Fleisch. Wenn ein Essen mit Fleisch nur 1 oder 2 Euro  kostet, seid vorsichtig.
  • Esst in Restaurants, in dem auch andere Essen – Gut besuchte Restaurants –vor allem von Kubanern –  sind meist ein Zeichen, dass das Essen gut ist. In Cienfuegos waren wir auch mutig und haben kubanische Pizza und Piña Colada in einer Straßen-Pizzeria in einer kubanischen Wohnung probiert – ohne Folgen.



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