Olympus TG-4 als Unterwasserkamera – meine Erfahrungen

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Nach meinem ersten Urlaub an der kroatischen Adria war klar: ich wollte nicht nur an Land, sondern auch unter Wasser fotografieren. Meine heiß geliebte Spiegelreflex Kamera in ein Unterwassergehäuse oder gar Unterwasserbeutel zu packen, kam für mich jedoch nicht in Frage.

Daher ging ich auf die Suche nach einer Unterwasser-Kompaktkamera, die natürlich gute Fotos machen, aber auch nicht all zu teuer sein sollte.

Die Entscheidung fiel schlussendlich auf die Outdoorkamera Olympus TG-4.

Ausschlaggebend für mich waren neben der maximalen Wassertiefe von bis zu 15 Metern vor allem das lichtstarke Objektiv mit einer Blende bis 2,0, der 4-fach optische Zoom und die Möglichkeit im RAW-Format fotografieren zu können.

 

Die Kamera:

Die Outdoorkamera Olympus TG-4 ist eine schöne kompakte Outdoorkamera. Dank ihrem Fliegengewicht von 250g und der Fähigkeit sowohl Temperaturen von -10 Grad als auch  Stürze aus 2 Meter Höhe zu überleben ist die Olympus TG-4 der ideale Wegbegleiter für Groß und Klein, sobald die Bedingungen für „normale“ Kameras zu ungemütlich werden.

Die Verarbeitung erscheint hochwertig. Das Kameradisplay ist angenehm groß und hell, so dass man auch in schwierigeren Situationen wie bei Sonne, Dunkelheit oder Unterwasser genau sieht, was man fotografieren möchte.

Wie die meisten Kameras verfügt auch die Olympus über diverse vordefinierte Aufnahme-Modi wie „Landschaft“, „Portrait“, „Schnee“ und viele weitere. Um jedoch immer Einfluss auf die Blende und ISO-Werte nehmen zu können und alle Fotos auch im RAW-Format zu speichern empfehle ich lieber die zwei zur Verfügung stehenden Speicherplätze „C1“ und „C2“ zu nutzen und mit den passenden Einstellungen zu belegen. Über den „Auswahlknopf“ können situationsbedingt die Belichtungskorrektur, die ISO Empfindlichkeit und die Blende mit wenigen Handgriffen angepasst werden. Dies gilt ebenso für den  Blitzmodus und die Einzel- oder Serienbild bzw. Selbstauslöser-Funktion.

 

Meine vordefinierten Einstellungen für Unterwasser:

  • Effekte

Auf die Einstellung von besonderen Effekten sollte verzichtet werden, da nur bei den ersten drei Einstellungen „Vivid“, „Natural“ und „Muted“ die zusätzliche Speicherung der Fotos im RAW-Format möglich ist.

  • Blitz

Bei mir ist der Blitz fast immer aus. Wer Unterwasser gern den Blitz einsetzten möchte, sollte bedenken, dass die Reichweite geringer als an Land ist. Außerdem wird nicht nur das gewünschte Objekt erhellt, sondern auch alle im Wasser befindlichen Schwebteilchen.

  • Belichtungskorrektur

Die Belichtungskorrektur habe ich auf +/- 0 eingestellt.

  • Weißabgleich

Bei der Speicherung der Fotos im RAW Format ist der Weißabgleich zwar nicht so wichtig, aber durch die Einstellung auf „Unterwasser“ sehen auch die Fotos im .jpg Format gut aus.

  • ISO 100 bis 400

Unterwasser wird es naturgemäß immer dunkler je tiefer man taucht. Die Belichtungszeiten können sich bei ISO 100 so stark verlängern, dass nur schwer nicht verwackelte Fotos möglich sind. Dann ist eine Anhebung der ISO Werte auf  200 oder 400 sinnvoll. Hier beginnt auch das erkennbare Bildrauschen. ISO 800 sollte man nur wenn es die Lichtverhältnisse unbedingt erfordern noch nutzen. Höhere ISO Werte sind  aufgrund des Bildrauschens nicht zu empfehlen.

  • Einzelbild-Modus

Nur im Einzelbildmodus – mit und ohne Selbstauslöser – besteht die Möglichkeit die Fotos auch im RAW Format zu speichern.

  • Fotogröße: 16M + RAW

Die von der Kamera erstellten .jpg Bilder der Olympus sehen auf den ersten Blick sehr „schön“ aus. Wer jedoch alle Details seiner Bilder behalten und vielleicht darüber hinaus noch etwas herauskitzeln möchte, sollte unbedingt das RAW Format einstellen.

  • Bildformat: 4:3

Nur im Bildformat 4:3 können die Fotos zusätzlich im RAW-Format gespeichert werden

  • Blende

Bei der Wahl der Blende muss auf die daraus resultierende Belichtungszeit geschaut werden. (sichtbar bei halb durchgedrücktem Auslöser am unteren Bildrand). Bei sich bewegenden Fischen oder dem Fotografieren mit Zoom sollte die Belichtungszeit um die 1/250 oder kürzer liegen, auf keinen Fall aber unter 1/125.

Knapp unter der Wasseroberfläche und bei ausreichend Licht kann die Blende für mehr Tiefenschärfe auch weiter geschlossen werden (Blende 6 – 8). Die größtmögliche Blendenöffnung  (Blende 2.0 – 4.9) ist beim Tauchen oder weniger Licht optimal. Da sich die Lichtverhältnisse besonders unter Wasser schnell ändern können, empfiehlt es sich die Belichtungszeit immer im Blick zu haben und die Blende gegebenenfalls anzupassen.

 

Weitere Einstellungen im Kamera-Menü für Unterwasserfotografie:

Beim Fotografieren unter Wasser hat man oft weniger Zeit als an Land. Beim Tauchen wird schnell die Luft knapp und  durch den Auftrieb oder bei stärkerem Wellengang kann es schwer sein Motive richtig zu fokussieren.

Aus diesem Grund habe ich den Autofokus-Modus auf „Spot“ gestellt.  Somit wird alles im Rahmen in der Mitte des Bildes scharf gestellt. Hat man mehr Zeit für sein Foto, kann man auch das gewünschte Objekt mit halb gedrücktem Auslöser fokussieren, durch bewegen der Kamera an die gewünschte Stelle im Bild positionieren uns dann erst auslösen. Zu beachten ist dabei,  dass der Abstand zwischen Motiv und Kamera exakt gleich bleibt.

Auch die Belichtungsmessung habe ich auf „Sport“ gestellt.

 

Vorteile der Kamera:

Die Kamera ist im Vergleich zu einer Spiegelreflex Kamera angenehm leicht und klein und hält ihr Versprechen wasserdicht und stoßfest zu sein.

Mit den richtigen Einstellungen entstehen gute Fotos im RAW-Format, die sich per WiFi auch schnell aufs Handy oder andere Geräte laden lassen.

 

Nachteile der Kamera:

Leider schließen einige Aufnahme-Funktionen wie zum Beispiel die Serienbildfunktion oder ein anders Bildformat als 4:3 die Speicherung der Fotos im RAW-Format aus.

Das Objektiv befindet sich gut geschützt vor Wasser und Sand hinter einer Scheibe. Der einzige Schutz für diese Scheibe ist aber lediglich ein höher stehender Ring außen herum. Beim Reinigen und Aufbewahren der Kamera sollte man daher genau darauf achten, die Frontscheibe nicht zu zerkratzen.

 

 

Mein persönliches Fazit:

Die Outdoorkamera Olympus TG-4 ist als kleine „immer dabei“-Unterwasserkamera sehr geeignet.

Natürlich darf man die Qualität der Fotos nicht mit denen von größeren Spiegelreflex-Kameras vergleichen, aber für so eine kleine Kamera sind sie durchaus ordentlich. Neben einmaligen Fotos lassen sich auch Unterwasser gute Videos aufnehmen.

 

Kauf-Empfehlung – Handschlaufe für Unterwasserkameras:

Beim Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen ist es sinnvoll eine Handschlaufe an der Kamera zu befestigen um die Hände frei zu haben.

Verschiedene Hersteller haben diverse Armschlaufen im Angebot, die ausreichend Auftrieb haben um eine 200 bis 250g schwere Kamera an der Wasseroberfläche zu halten. Das ist insbesondere in tieferen Gewässern sinnvoll, wenn einem doch einmal die Kamera aus der Hand gleiten sollte.

 

Unterwasser-Fotos mit der Outdoorkamera Olympus TG-4

 

 

 


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